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Mich interessiert , woran Jugendlich glauben

Russische Regisseurin dreht in Sudlohn und Winterswijk / Bei Dreharbeiten auf offene Ohren gestossen

Sudlohn (hag). Sie hat einen weiten Weg zuruckgelet, um schliesslich in Sudlohn anzukommen. Galina Filimonowa ist Regisseurin, war zuerst im russischen Nischnij Nowgorod, spater in Moskau tatig und dass sie diesen Wochen von der Domstadt Munster aus immer wieder Stippvisiten in die Grenzgemeinde unternimmt, hat einen ganz einfachen Grund: Sie dreht einen Film. Und in dem spielen auch Jugendlich aus Sudlohn eine Rolle.

Insgesamt vier Projekte umfasst das Arbeitspensum der 23-jahrigen Filmemacherin wahrend ihres Aufenthaltes in Deutschland. Am Schluss ihrer Expedition soll ein Film mit dem Titel "Alte Fenster der Stadt N.N." stehen. "N.N. deutet an, dass es sich um irgendeine Stadt handeln kann", erlautert Galina Filimonowa das Prinzip ihres Werkes. "Ich zeige verschiedene Fenster aus verschiedenen Landern und die Menschen, die hinter ihnen leben". Gedreht wird in Nischnij Nowgorod, Munster, Pilsen und im schwedischen Uppsala.

Die Vorbereitungen zu diesem Filmprojekt sind derzeit in vollem Gange und werden in drei weiteren Filmen ihren Niederschlag finden. Unter anderem in eben jenem, den die junge Regisseurin momentan zusammen mit ihrer Assistentin und Dolmetscherin Olga Grunke aus Munster, dem Sudlohner Dr. Joachim Musholt und dem Offenen Kanal in Munster dreht: "Ich filme in Sudlohn und Winterswijk. Mich interessiert, woran Jugendlich in Deutschland und in den Niederlanden glauben, wofur sie leben. Ich will herausfinden, ob es Stereotypen gibt". In der Grenzgemeinde stiess die junge Russin mit ihren Fragen nicht nur auf offene Ohren, sondern bei den hier lebenden Jugendlichen auf eine grosse Auskunftsfreudigkeit. "Die Jugendlichen in Sudlohn haben sehr interessant. Schliesslich waren sie nicht auf die Interviews vorbereitet".

Gefilmt hat sie bereits so einiges. Die Auswertung der mit der Kamera festgehaltenen Interviews steht allerdings noch an. Hierbei hat Galina Filimonowa standig den Faktor Zeit im Hinterkopf: In zwei Wochen soll der geschnittene Film vor Jugendlichen in Winterswijk aufgefuhrt werden. Dabei soll es allerdings nicht bleiben, wie Dr. Joachim Musholt hervorhebt: "Eine offentliche Auffuhrung auch in Sudlohn ware fur uns ebenso interessant".

Mit der Kamera Sudlohn ins Visier genommen: Galina Filimonowa (M.), hier mit Assistentin und Dolmetscherin Olga Grunke (r.) und Dr. Joachim Musholt. Foto: hag

Borkener Zeitung, Nr. 087, Mittwoch, 12. April 2000


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