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Konflikt fur mich unverstandlich

Arbeit an Film schreitet voran / Spannungen zwischen Nachbarn registriert

Sudlohn/Munster (hag). Der Raum ist alles andere als gross. Dafur aber umso vollgestopfter mit technischen Geraten und Anlagen: Videomonitore reihen sich an Abspielgerate, Schneidetische finden hier ebenso Platz wie eine Sammlung von Mikrofonen und verschiedenen Kabeln. Hier, im ersten Stockwerk des Burgerzentrums Bennohaus in Munster, ist die Regisseurin Galina Filimonowa aus Moskau derzeit damit beschaftigt, ihre in Sudlohn und Winterswijk gemachten Aufnahmen (die BZ berichtete) zu einem kompletten Film zusammenzuschneiden.

Ein Unterfangen, das viel Geduld und vor allem Zeit erfordert: "Bei normalem Arbeitspensum, also sechs bis acht Stunden pro Tag, kann man zwei Wochen Schnittzeit fur einen 15-minutigen Film veranschlagen", erlautert Dr. Joachim Musholt, Leiter des Bennohauses und Begleiter des Filmprojektes, wahrend auf einem Bildschirm ein Rohschnitt von Galina Filimonowas filmischem Streifzung durch die deutsch-niederlandische Grenzregion ablauft. Der Schnitt eines Filmes ist im digitalen Zeitalter im wesentlichen eine Arbeit mit dem Computer: Die gedrehten Sequenzen werden auf der Festplatte bearbeitet, erst zum Schluss wird der fertiggestellte Film auf eine Videocassette uberspielt. Vorteil: Der Qualitatsverlust ist gleich null.

Konzentriert prufen Galina Filimonowa und ihre Assistentin Olga Grunke die uber den Monitor laufenden Bilder. Interviews mit deutschen und niederlandischen Jugendlichen, die ihre Gedanken uber das jeweilige Nachbarland schildern. "Die Hollander sind ein zurfriedenes Volk, sie sind immer frohlich", findet etwa eine junge Sudlohnerin. Klar, Holland bedeutet Fussball, zumindest fur einen ihrer Altersgenossen. Und auch die liberale Lebensweise der Niederlander macht auf viele der jungen Deutschen einen nachhaltigen Eindruck. Die Statements jenseits der Grenze sind demgegen uber nicht immer in gleichem Masse positiv: "Die Deutschen mussen immer essen, essen, essen", stellt eine junge Winterswijkerin in dem Film fest.

Eitel Sonnenschein? Wohl weniger. Die Regis seurin registriert vielmehr leichte Spannungen zwi schen den Deutschen und ihren niederlandischen Nachbarn. Fur sie ist dies allerdings nicht nachvoll ziehbar. "Der Konflikt ist fur mich unverstandlich", wundert sie sich, auch wenn sie Unterschiede auf beiden Seiten der Grenze ausmacht: "Die Niederlander sind stolz auf ihr Land, und es ist fur sie auch ein fach, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Bei den Deutschen nehme ich Schuldgefuhle wahr, die sich aus der Geschichte er geben. Die Deutschen befin den sich sozusagen in einer Situation, in der sie danach streben, Schuldgefuhle zu haben". Kommentieren will sie diese Situation in ihrem Filmbeitrag allerdings nicht, wie sie betont. Sie sieht ihre Aufgabe vielmehr in der Dokumentation: "Der Zuschauer soil sich selbst seine Meinung bilden".

Foto: Der Computer hat sich auch hier inzwischen unentbehrlich gemacht: Galina Filimonowa und Assistentin Olga Grunke bei den Schneidearbeiten zu Filimonowas Filmreportage.

Borkener Zeitung, 2000


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