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Von Architektur hellauf begeistert

Junge russische Regisseurin absolviert Praktikum im Bennohaus

"In Russland haben die Ceschafte rund um die Uhr geoffnet, da bekommt man auch Silvester um Mitternacht noch eine Flasche Sekt. In Deutschland muss ich mich an die Geschaftszeiten erst gewohnen". Galina Philimonova wird sich in den kommenden drei Monaten noch manches Mai uber die ,"eigentumlichen" Gewohnheiten der Deutschen wundern.

Seit dem 18. Februar weilt die Russin in munsterschen Gefilden, um im Rahman einer Projektpartnerschaft ein dreimonatiges Praktikum im Burgerhaus Bennohaus zu absolvieren. In den kommenden Wochen wird die 23-Jahrige, zusammen mil der Projektpraktikantin Olga Grunke, in drei Filmproduktionen fur das Projekt "Euroteria" Regiefuhren.

Jugendliche erhalten hierbei die Moglichkeit, Politik, Demokratie und Kultur in den Landern Deutschland, Holland und osterreich naher zu beleuchten und miteinander zu vergleichen. "Ich mochte Kontakte in Munster knupfen, was fur die Arbeit an meinem nachsten Filmprojekt in Russland von grosser Bedeutung ist", erkalrt Galina, die derzeit bei einer Gastfamilie in Coerde wohnt.

Und ihre Arbeit kann sich sehen lassen. Geboren in der sibirischen Stadt Megion, zog Galina Philimonova mit ihrer Familie nach einigen Jahren in die Halsestadt Niznij Novgorod, nahe Moskau, wo sie bis 1998 internationale Literatur, Kunstgeschichte und Journalistik studierte.

Bereits mit 23 Jahren fuhrt sie unter dem Titel "Angedeutet" ("Dat Ponjat") ihre eigene Filmproduktionsfirma, die sie zusammen mit einer Freundin und dem gemeinsamen kleinen Startkapital grundete. Die Investition hat sich gelohnt. Neben dem Dreh von Dokumentationsfilmen organisiert der Kulturfont Kunstausslellungen und pflegt internationale Kontakte zu Kunstlern und Produzenten, wodurch bereits mehrere multikulturelle Projekte zustande kommen konnten.

Doch aller Anfang ist schwer. Zunachst hatte es die junge Frau, die insgesamt vier Sprachen beherrscht, schwer, sich aufgrund ihres Alters und Geschlechts in der Mannerdomane Filmbranche durchzusetzen. "Wir haben schnell unseren eigenen Stil entwickelt", erzahlt Galina selbstbewusst, "und da wir keine kommerzielle Struktur haben und vom Staat unabhangig sind, mussen wir uns um alles selber kummern. Das spornt an".

Der Erfolg halt Galina jedoch nicht davon an, in ihrer Heimatstadt bereits wieder an einem neuen Projekt zu arbeiten. Unter dem Motto "Alte Fenster einer Provinzstadt" wird das 1,68 Meter grosse Energiebundel in Filmbeitragen Architektur und Bewohner in einer schwedischen, russischen, tschechischen und deutschen Stadt vorstellen. Fur Galina, die von der munsterschen Architeklur hellauf begeistert ist, steht bereits fest, dass sie den deutschen Filmanteil auf jeden Fall in der Domstadt aufnehmen will.

Sie arbeiten im Rahmen der russischen Projektpartnerschaft Hand in Hand (v.l.): Galina Philimonova, Dr. Joachim Musholt und Olga Grunke. Foto: PD

Stadt Munster, 2000


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